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Unser Tier des Monats März 2008:

Miss Sophie, das Sechsbinden-Gürteltier

Gürteltier

Der Tierpark Gettorf hat Gürteltiere? Ja, allerdings auch erst seit kurzem. Nachdem im Affenhaus schon vor einiger Zeit ein Gehege frei geworden war, begann die Planung, was mit dem verfügbaren Platz denn nun geschehen sollte. Nach einigen Überlegungen und Kontaktaufnahmen zu anderen Zoos und Tierparks stand der Plan fest: es sollte ein Pärchen Sechsbinden-Gürteltiere in Gettorf einziehen.

Diese merkwürdigen Säugetiere bilden zusammen mit ihren nächsten Verwandten, den Faultieren und Ameisenbären, die Gruppe der Nebengelenktiere, deren Vertreter ausschließlich in Südamerika beheimatet sind. Kopf und Rücken der Gürteltiere sind mit einem starken Hornpanzer geschützt, der den Tieren ein fast reptilienartiges Äußeres verleiht. Auch der Schwanz ist mit starken Hornschuppen bedeckt. In der Mitte des Rückens liegen die namensgebenden Schuppengürtel, die Vorder- und Hinterkörper beweglich miteinander verbinden. So können die Gürteltiere sich gut einrollen und den weichen Bauch vor Feinden schützen. Gürteltiere sind also eine besonders interessante und faszinierende Tierfamilie.

Gürteltier

Am 14. Februar 2008 war es dann soweit. Aus dem Tierpark Aschersleben traf das versprochene weibliche Sechsbinden-Gürteltier ein. Trotz seines zarten Alters von erst 5 Monaten war sie bereits ein ganz schön kräftiger Brocken, der schon einige Kilogramm auf die Waage brachte. Der Name der jungen Dame stand auch schon rasch fest, "Miss Sophie" sollte der Neuzugang heißen. Miss Sophie bezog ihr neues Gehege und verschwand erst einmal unter der Wasserschale im Sand, um in Ruhe den Stress der langen Reise nach Gettorf zu verdauen.

Am nächsten Morgen war von Miss Sophie nichts zu sehen. Das Gehege zeigte aber bereits starke Spuren ihrer Anwesenheit. Überall war der Sandboden des Geheges zu großen Haufen aufgetürmt. Gürteltiere sind begeistere Wühler und Buddler und Miss Sophie hatte schon ganze Arbeit geleistet. Eine Kontrolle der Wasserschale brachte an den Tag, dass sie sich wieder an ihren vorigen Ruheplatz zurückgezogen hatte. Das blieb auch die nächsten Tage so. Schauten die Pfleger morgens nach, war das Gehege durchgepflügt, auch die Futterschale gut geleert, die Gürteltier-Dame aber lag erschöpft von der nächtlichen Arbeit unter der Wasserschale und schlief.

Gürteltier

Nach einigen Tagen aber wandelte sich der Aktivitätsrhythmus des Gürteltiers. Wenn die Pfleger morgens das Gehege betraten, war Miss Sophie mittlerweile anscheinend ausreichend ausgeschlafen, jedenfalls kam sie nun schon neugierig unter ihrer Wasserschale hervor und schnüffelte lautstark an Händen, Hosen und Putzgeschirr herum. Ihre kleinen Augen sahen zwar noch recht verschlafen aus, aber Gürteltiere orientieren sich sowieso viel stärker über Nase und Ohren als über die Augen. Erstaunlicherweise zeigt das junge Gürteltier überhaupt keine Scheu vor Menschen. Es lässt sich anfassen und streicheln und sucht selber den Kontakt mit allen, die das Gehege betreten.

Mittlerweile ist Miss Sophie vor allem vormittags schon recht häufig im Gehege zu beobachten. Zwar legt sie immer noch ausgiebige Schlafpausen ein, die sie nach wie vor unter der Wasserschale verbringt, dazwischen aber gräbt sie mit Elan das Gehege um und erschnüffelt sich ihre neue Umwelt. Und im Sommer wird dann aus einem dänischen Zoo auch noch ein männliches Sechsbinden-Gürteltier eintreffen, mit dem sie sich dann hoffentlich genau so gut versteht, wie mit ihren Pflegern...

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