Seit Juli 2006 stellen wir auf dieser Seite Tiere aus unserem Tierpark vor, die uns in irgendeiner Weise interessant erscheinen. Es können Tiere sein, bei denen in der letzten Zeit irgend etwas bemerkenswertes passiert ist, die neu zu uns gekommen sind oder einfach nur interessante und bemerkenswerte Persönlichkeiten.
Die vergangenen Tiere des Monats finden Sie in unserem Archiv.
Grundsätzlich sind Krontaubenküken im Tierpark Gettorf nichts Besonderes: sowohl die Rotbrust-Krontauben als auch die Victoria-Krontauben in der Paradieshalle des Tierparks haben in den letzten Jahren schon zahlreiche Küken großgezogen und das internationale Zuchtbuch dieser seltenen Vögel mit wertvollem Nachwuchs versorgt. Unser derzeitiges Krontaubenküken ist aber trotzdem etwas ganz Besonderes.
Einerseits ist es für seine Eltern die erste erfolgreiche Brut. 2008 wurde das Elternpaar zusammengestellt und ist in die Tropenhalle des Tierparks eingezogen. Hier haben beide in den vergangenen zwei Jahren zwar schon mehrere Brutversuche unternommen, allerdings bisher ohne Erfolg. Dies lag wahrscheinlich unter anderem auch daran, dass die Vögel in der Tropenhalle ihre Brutversuche in direkter Nachbarschaft zu den Besuchern unternahmen, die sich auf den Wegen der Freiflughalle aufhielten. Dies schien vor allem dem Weibchen in der ersten Zeit ein wenig unheimlich zu sein, so dass sie sich bei mehreren Gelegenheiten nicht entschließen konnte, eine begonnene Brut bis zum Ende weiterzuführen. Jedesmal verließ sie das Nest, obwohl schon ein Ei darin lag.
Nun scheint sie ihre Angst vor den sie umgebenden Menschen aber ebenso abgelegt zu haben, wie ihr Männchen, das schon seit langem die Besucher der Halle geradezu eskortiert und ganz unverblümt seinen "Wegezoll" einfordert. Denn nun ist zum ersten Mal tatsächlich ein Küken aus dem Ei geschlüpft.
Die ersten Lebenstage hat es noch geschützt vor den Besuchern in etwa 2,50m Höhe im Nest verbracht, wo es von den Eltern regelmäßig gefüttert wurde, zuerst mit der für Tauben typischen Kropfmilch, einem käsigen Sekret des Schlundes, anschließend schon mit eingeweichtem Körnerfutter. Nun aber hat das Küken das schützende Nest verlassen und folgt den Eltern auf dem Hallenboden, um sich hier unten noch einige Zeit weiter von ihnen füttern zu lassen.
Und das ist die zweite Besonderheit: unsere Besucher können nun also auch unserem jüngsten Krontauben-Nachwuchs ganz nahe kommen - ganz ohne trennendes Gitter oder Glas. Zwar folgt das Küken den Eltern meist noch gut versteckt in der Vegetation am Wegesrand, aber mit ein bisschen Glück kann man es dort schon entdecken. Und spätestens, wenn das Kleine ausgewachsen ist, wird man sehen, ob es die draufgängerische Art des Vaters oder das eher zurückhaltende Wesen der Mutter geerbt hat...