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EEPs - Die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme

Das Überleben einer bedrohten Tierart in seinem natürlichen Lebensraum zu sichern ist heutzutage meist nur schwer möglich. In Menschenobhut kann dagegen oft die sogenannte Erhaltungszucht helfen. Diese Form des Züchtens macht es möglich, dass Zootierpopulationen über viele Generationen ohne Verlust der natürlichen Erscheinungsmerkmale oder ihrer Überlebensfähigkeit in der Natur erhalten werden können. Endziel dabei ist immer die Auswilderung einiger genetisch möglichst ausbalancierter Tiere um die schwindenden Wildtierbestände aufzustocken. Zur Zeit werden bereits rund 150 bedrohte Tierarten über ein EEP erfasst.

Wie funktioniert ein EEP?

Das erfolgreiche Züchten bedrohter Tierarten macht eine Kooperation von Zoos und Tierparks weltweit unumgänglich. So müssen Daten und Tiere ausgetauscht werden, um die Gefahr der Inzucht und der daraus resultierenden Probleme zu minimieren. Viele europäische Zoos haben sich daher 1985 zu dem Verband EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) zusammengeschlossen und in der Folgezeit für viele Tierarten ein EEP gegründet.

Für jede erfasste Tierart gibt es einen Koordinator, der alle Daten, die diese Tierart betreffen, registriert und den einzelnen Zoos beim Tiermanagement behilflich ist. Es handelt sich für gewöhnlich um eine Person mit besonderem Interesse an und besonderen Kenntnissen über die betreffende Tierart. Der Koordinator hat viele Aufgaben zu erfüllen: Er muss sämtliche Informationen sammeln, die den Status seiner Tierart betreffen, die in einem europäischen Zoo gehalten werden, er muss ein Zuchtbuch anlegen, das demographische und genetische Analysen enthält (Populationsgenetik) und nicht zuletzt muss er auch einen Plan über das zukünftige Management der betreffenden Tierart ausarbeiten. Unterstützt wird er von einer speziellen Artkommission aus weiteren Spezialisten für die entsprechende Tierart. Gemeinsam mit der Artkommission, gibt der Koordinator schließlich jährlich Zuchtempfehlungen heraus, vermittelt den Nachwuchs aus erfolgreichen Züchtungen an andere geeignete Zoos, stellt neue Gruppen zusammen usw.

Für manche Tierarten wird (noch) kein EEP, aber ein sogenanntes ESB (European Regional Studbook - regionales europäisches Zuchtbuch) geführt. Auch hier werden die Bestände bereits zentral erfasst und verwaltet, allerdings noch nicht in der Konsequenz eines EEP. Das ESB dient vorrangig der Datenerfassung, wird aber häufig in ein EEP umgewandelt, wenn die gesammelten Daten dies sinnvoll erscheinen lassen.

EEPs im Tierpark Gettorf

Der Tierpark Gettorf nimmt an den EEPs und ESBs der folgenden Tierarten teil (in alphabetischer Reihenfolge der deutschen Namen):

Hintergrund
Affen
Zebra